Schwangerschaft & Kind
Vom Keim zum Kind
1. Monat
Im ersten Monat merkt die frischgebackene Mutter noch nichts von ihrem Glück, obwohl sich in ihrem Inneren Unglaubliches vollzieht. Die junge Keimanlage wandert vom Eileiter zur Gebärmutter und nistet sich dort ein.
Wenn die Gebärmutter-Schleimhaut (Uterus) den "Besucher" aufnimmt, wächst ein zartes Häutchen über den winzigen Zellhaufen. Er wird über die Plazenta mit der Mutter verbunden und an deren Blutkreislauf angeschlossen. Von nun an teilen Mutter und Kind alles: Sauerstoff, Nahrung und Emotionen.
Die Fruchtblase bietet der embryonalen Vorstufe eine schützende Hülle und puffert Stöße von außen ab. Nur die Hälfte der Zellen übersteht die erste Entwicklungsphase unbeschadet. Wenn diese Hürde geschafft ist, beginnt ein explosionsartiges Wachstum. Der Körper der Mutter ist jetzt voll auf Schwangerschaft eingestellt. Oft auch mit unbequemen Begleiterscheinungen wie Übelkeit am Morgen oder dauernde Müdigkeit.
2. Monat
Zu Beginn des zweiten Monats ist aus der winzig kleinen Zelle ein fünf Millimeter großer Embryo geworden. Schon in der fünften Woche fängt das winzige Herz an zu schlagen. Bis zur achten Woche entsteht der kleine Körper mit all seinen Organen. Wenn der zweite Monat zu Ende geht, sind an jeder Armknospe bereits fünf Finger vorhanden und der Embryo ist ca. 2,5 Zentimeter groß.
3. Monat
Ab dem dritten Monat macht das Baby im Bauch vor allem eines: Es wächst. Die Schwangere ist jetzt sehr gut durchblutet. Deshalb schwellen die Schleimhäute an und führen bei vielen Frauen zu einer verschnupften Nase. Das Wachsen der Gebärmutter spüren werdende Mütter ab und zu an einem leichten Ziehen im Unterleib.
Die Nerven- und Muskelsysteme des Kindes bilden sich jetzt aus. Alle Organe sind angelegt. Arme, Beine und Gesicht haben Gestalt angenommen. Aus dem Embryo ist ein Fötus geworden. Infektionen, Röntgenstrahlen oder Medikamente können in dieser Zeit zu schweren Missbildungen und Entwicklungsstörungen führen. Je gesünder und natürlicher die werdende Mama jetzt lebt, desto geschützter ist das Kind.
Ende des dritten Monats ist der Embryo 7,5 bis 9 Zentimeter groß und wiegt zwischen 10 und 45 Gramm.
4. Monat
Mit dem vierten Monat fängt für viele werdende Mütter die schönste Zeit der Schwangerschaft an. Die Müdigkeit ist wie weggeblasen, und auch die Übelkeit gehört der Vergangenheit an. Viele Frauen fühlen sich jetzt so attraktiv wie nie zuvor. Die Brüste sind herrlich voll, die Gesichtszüge wirken weich und glatt. Das liegt an einer vermehrten Wassereinlagerung im Gewebe.
Das Kind bewegt sich und verfügt über erste Reflexe wie Greifen und Strecken, lutscht am Daumen, schneidet Grimassen. Ende des 4. Monats ist der Fötus 10 bis 12 Zentimeter groß und wiegt rund 100 Gramm.
5. Monat
Ein aufregender Moment: Ab dem fünften Monat kann nicht nur die Mutter, sondern der Vater das Baby im Bauch spüren. Der Fötus vollführt die ersten Kapriolen im Mutterleib. Es greift nach den eigenen Knien und Füßen, spielt mit der Nabelschnur oder lutscht am Daumen.
Sein Skelett verknöchert langsam. Auf dem Kopf wächst der erste Flaum und auf den Zehen kleine Nägel. Ab jetzt kann im Ultraschall-Bild festgestellt werden, ob es ein Junge oder Mädchen wird. Ende des Monats ist der Fötus 15 Zentimeter groß und wiegt zirka 250 Gramm.
6. Monat
Spätestens ab dem sechsten Monat ist die Schwangerschaft wohl bei keiner Frau mehr zu übersehen. Da die Blutmenge sich vermehrt, kommt es zu leichtem Eisenmangel. Das Ungeborene entwickelt weitere Sinne, wie Hören und Sehen. Es kann die Stimmen seiner Eltern hören und sie nach der Geburt erkennen.
Die so genannte Käseschmiere (Schutzschicht vor dem Fruchtwasser) wird dicker und die Bewegungen stärker. Ende des Monats ist der Fötus 28 bis 30 Zentimeter groß und wiegt 500 bis 600 Gramm.
7. Monat
Nun wird es langsam eng im Bauchraum. Die inneren Organe der Mutter müssen immer mehr zusammenrücken, denn das Baby braucht immer mehr Platz. Es drückt auf die Blase und die Luft wird knapper, weil der Kreislauf eine Menge Mehrarbeit leisten muss. Schwangere sollten ab diesem Zeitpunkt ihren Klinikkoffer packen und bereit stellen. Denn die Geburt kann immer früher losgehen als geplant. Vorsicht ist geboten, wenn in dieser Phase Wehen oder Blutungen auftreten oder Fruchtwasser verloren geht. Dann heißt es sofort "ab ins Krankenhaus".
Das Ungeborene kann die Augen öffnen, die Hand zur Faust ballen und macht erste motorische Erfahrungen. Es ist mittlerweile schon 34 bis 36 cm groß ist und wiegt 1000 bis 1200 Gramm.
8. Monat
Jetzt kommt es zum ersten Platzmangel und das Kind drückt der Mutter auf Zwerchfell, Herz, Nieren, Darm und Leber. Mit acht Monaten ist das Baby weitgehend gerüstet für das Leben außerhalb des Mutterleibes. Es könnte jetzt selbst atmen und die Körpertemperatur regulieren, käme aber in den meisten Fällen in den Brutkasten.
Das Kind ist jetzt ca. 40 Zentimeter groß und wiegt ungefähr 1800 Gramm.
9. Monat
Jetzt wird es richtig eng im Mutterleib. Denn das Ungeborene legt noch mal richtig zu und "futtert" sich Babyspeck an. Viele Babys beginnen sich jetzt zu drehen, sodass der Kopf in die Geburtslage geht. Es trinkt mittlerweile bis zu 3 Liter Fruchtwasser und scheidet es auch wieder aus. Die Augenlider werden trainiert, damit es bei der Geburt auf die Helligkeit reagieren und die Augen schließen kann. Ende der 36. Woche ist das Kind fertig ausgebildet ( 45 Zentimeter groß, 2700 bis 2800 Gramm schwer) es könnte zur Welt kommen. Doch im Normalfall geschieht dies in der 40. Schwangerschaftswoche.
(CI) 13.02.2005

