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Schwangerschaft & Kind

Alkohol schädigt Gehirn ungeborener Babys

Alkohol ist Gift für die Nervenzellen - erst recht, wenn es sich um ein ungeborenes Baby handelt. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hat fatale Folgen. Die betroffenen Kinder weisen die typischen Missbildungen des Gesichts auf: Sie haben tiefliegende Ohren und einem zu kleinen Schädelumfang. Hinzu kommt, dass sie in unterschiedlichem Ausmaß geistig behindert und psychisch auffällig sein können.

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Alkohol schädigt Gehirn ungeborener Babys

Neurologische Veränderungen

Die Kinderneurologin Chrysanthy Ikonomidou testete mit Hilfe von Laborratten die Wirkung von Alkohol auf ungeborenes Leben. Mit ihrer Arbeitsgruppe an der Charité in Kooperation mit Wissenschaftlern aus Tokio und St. Louis kam die Wissenschaftlerin zu einem erschreckenden Ergebnis: Trinkt die Mutter währen der Schwangerschaft Alkohol, sterben im Gehirn des Fötus Millionen von Nervenzellen ab. Das führt zwangsläufig zu einer Reihe von neurologischen Veränderungen.

Besonders empfindlich sind die Nervenzellen, wenn sich im Gehirn des Ungeborenen gerade die so genannten Synapsen (Nervenfortsätze) ausbilden. Die Nervenfortsätze verbinden die Nervenzellen untereinander. Bei Ratten ist dieses entscheidende Entwicklungsstadium in der Neugeborenenphase. Beim Menschen entspricht das etwa dem sechsten Schwangerschaftsmonat und reicht bis über die ersten Lebensjahre hinaus.

Zelltod

Die Wirkung von Alkohol ist in mehrerer Hinsicht schädlich: Zum einen blockiert er die Bindungsstellen für den Botenstoff Glutamat. Dieser Neurotransmitter ist lebenswichtig, denn er aktiviert die Gehirnzellen. Zum anderen fördert Alkohol die Ausschüttung des nervenzellenhemmenden Botenstoffs GABA.

Die Forscher fanden heraus, dass die Wirkung von Alkohol in der genannten hochempfindlichen Entwicklungsphase des Gehirns verheerende Folgen für die Nervenzellen haben kann: Millionenfach gehen sie durch den programmierten Zelltod zugrunde. In manchen Gehirnregionen in einem Ausmaß von bis zu 30 Prozent. Dieser Zellverlust zeigt sich auch in einer Abnahme des Gehirngewichts. Das Forscherteam stellte fest, dass es nicht auf die Gesamtmenge des getrunkenen Alkohols ankommt. Entscheidend ist die Dauer der toxischen Alkoholkonzentration im Blut. Auch starke Schlafmittel und Beruhigungsmittel wirken sich schädlich auf das Gehirn des ungeborenen Kindes aus.

Quelle: Charité

(CI) 13.02.2005

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