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Schwangerschaft & Kind

Der "Plötzliche Kindstod" - Prävention zeigt Erfolg

Selig schlummert der sechs Wochen alte Marco im Schlaflabor. Doch allein ist er dabei nicht. Gemeinsam mit Schwestern der Kinderstation beobachtet Professor Ekkehart Paditz den kleinen Testschläfer über eine Infrarot-Kamera. Auf einem Monitor malen Kurven ein Bild von Marcos Körperfunktionen.

Draußen wartet Marcos Mutter besorgt auf die Ergebnisse der Untersuchung. Weil ihr Sohn unruhig schlief, füllte sie einen Fragebogen des Schlaflabors aus, den sie bei Marcos Geburt im Krankenhaus erhalten hatte. Kurze Zeit später teilte die Klinik ihr mit, sie möge das Kind zum Test vorbeibringen. Nach der Untersuchung kann der Leiter des Schlaflabors die junge Frau beruhigen. Kein Anlass zur Besorgnis. "Die Unruhe ist durchaus normal. Neugeborene müssen richtiges Schlafen erst erlernen.", erklärt Prof. Paditz der Mutter.

Bewachter Schlaf rettet Leben

Marco ist eines von drei bis vier Kindern, deren Schlaf täglich im Kinder-Schlaflabor des Dresdner Universitätsklinikums überwacht wird. Neben dieser Einrichtung existieren drei weitere Kinder-Schlaflabore an sächsischen Krankenhäusern. Ein wichtiger Baustein in der Prävention des "Plötzlichen Kindstodes", die bereits Erfolge zeigt. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Vorsorge-Untersuchungen konnte die Sterblichkeitsrate deutlich verringert werden.

Warnsignale

Doch wann sollten Eltern ihr Kind in ein Schlaflabor bringen? Die Anzeichen für einen möglichen Kindstod ließen sich nur vage angeben, erklärt der Kinderarzt. Folgende Warnsignale aber gibt es: Das Kind leidet häufiger unter blauen Lippen. Es wird ohne erkennbaren Grund blass, fällt durch schrilles Schreien auf, erbricht sich häufig. Das Baby schwitzt stark, obwohl es in einem gut belüfteten Raum liegt. Vorsicht ist auch geboten, wenn das Stillen nicht klappt, die Mutter raucht, oder es bereits Fälle von Plötzlichem Kindstod in der Familie gab.

Um das Risiko einzuschränken, sollten Eltern ihr Kind nicht auf dem Bauch schlafen lassen, nicht zu warm anziehen und für einen harmonischen Tagesablauf sorgen, rät Prof. Paditz.

(CI) 13.02.2005

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