Reisen
Essen aus fremden Küchen
Im fremden Paradies muss unser Körper es mit vielen unbekannten Mikroorganismen aus der Nahrung aufnehmen. Bedingt durch den geringeren Hygienestandard in südlichen Ländern schaffen die Abwehrmechanismen unseres Darms es nicht mehr, mit dieser Flut fertig zu werden. Meistens sind diese Reisedurchfälle relativ harmlos und nach ein paar Tagen wieder verschwunden.
Aber auch gefährliche Krankheitserreger, zum Beispiel Cholera, Hepatitis oder Ruhr werden über Nahrungsmittel übertragen. Mit einigen Verhaltensregeln können Sie unangenehmen Überraschungen relativ gut vorbeugen.
Koch es, schäl es oder vergiss es!
10 Tipps zum Essen in der Ferne
- Trinken Sie nur in Flaschen oder Dosen abgepacktes Mineralwasser oder industriell hergestellte Erfrischungsgetränke oder Fruchtsäfte. Heißer Tee oder Kaffee, abgefülltes Bier oder Wein in Flaschen sind in der Regel ebenfalls problemlos.
- Benutzen Sie auch zum Zähneputzen Mineralwasser.
- Verzichten Sie auf Eiswürfel, da sie meist aus Leitungswasser hergestellt werden.
- Verzehren Sie Fleisch, Fisch und Eier nur, wenn sie durchgegart sind.
- Verzichten Sie möglichst auf Speisen aus rohen Eiern wie zum Beispiel Mayonnaise, Dessert- oder Eiscreme sowie Soßen.
- Schälen Sie Obst und Gemüse immer, bevor Sie es essen.
- Auch in Hotels ist Salat mit Vorsicht zu genießen, da die Zutaten mit Leitungswasser gewaschen sind. Besonders bei Blattsalaten kann viel Wasser in den Ritzen sitzen bleiben.
- Trinken Sie nur pasteurisierte Milch oder kochen Sie die Milch, bevor Sie sie trinken.
- Verzichten Sie auf Kostproben von Imbissständen oder Garküchen.
- Achten Sie darauf, ausreichend zu Trinken: Mindestens zwei bis drei Liter am Tag. In heißen Regionen verliert der Körper viel Flüssigkeit, genauso wie bei Durchfall.
- Wer Wasser selbst entkeimen will, kann dies mit speziellen Tabletten aus Campinggeschäften oder der Apotheke tun.
Für den Notfall sollten Sie in Ihrer Reiseapotheke ein Mittel gegen Durchfall parat haben. Medikamente, welche die Darmtätigkeit beruhigen (sog. Motilitätshemmer) unterdrücken nur den Durchfall, sind aber kein Heilmittel. Wenn Sie diese Mittel länger als einen Tag einnehmen, können sie sogar schädlich sein, weil die Krankheitserreger und deren Gifte im Darm angereichert werden. Wenn Sie allerdings stundenlang im Bus oder im Flugzeug sitzen müssen, bedeutet das Medikament die Rettung.
Sobald Sie wieder mit Sicherheit eine Toilette in der Nähe haben, sollten Sie stattdessen lieber eine so genannte Rehydratationslösung trinken. Sie führt verlorene Flüssigkeit und Mineralstoffe zurück, wirkt gegen Kreislaufschwäche und Blutdruckabfall.
Gehen Sie nicht blauäugig auf Reisen. Informieren Sie sich vor Reiseantritt, welche Impfungen oder Prophylaxemaßnahmen in dem jeweiligen Reiseland erforderlich sind. Detaillierte Infos bekommen Sie beispielsweise beim Auswärtigen Amt oder beim Centrum für Reisemedizin.
(CI) 13.02.2005

