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Raucherentwöhnung

Zigaretten und Co. - qualmende Zeitbomben

"Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer wieder von der Bedeutung der Gefahr des Rauchens liest, hört in den meisten Fällen auf zu lesen", bemerkte Winston Churchill treffend. Es ist wirklich fraglich, ob Warnhinweise auf Zigarettenpackungen Extrem-Paffern das Rauchen wirklich vermiesen können.

Zigaretten und Co. - qualmende Zeitbomben

Eine stetig steigende Tabaksteuer hingegen scheint da schon wirkungsvoller. Seit dem 1. September 2005 kostet eine Automatenpackung mit 18 Zigaretten vier Euro. Kein Wunder, dass der Trend zum Nichtrauchen zunimmt. Viele Nikotinsüchtige würden nur zu gerne die Finger vom verflixten Glimmstängel lassen. Aber so einfach ist das nicht. Die wichtigste Voraussetzung für einen gelungenen "Entzug": ein fester Wille.

Was macht die Zigarette so gefährlich?

Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland 2004 über 300 Millionen (versteuerte) Zigaretten geraucht. Also, was ist dran bzw. drin im Glimmstängel, dass das kleine Ding so viele Anhänger hat?

Suchtstoff Nikotin

Nikotin ist ein tödliches Gift, etwa 50mg sind für einen Erwachsenen tödlich. Laut EU-Gesetz darf der Qualm einer Zigarette "nur" 1,0 mg Nikotin beinhalten. Das reicht, um einigen Schaden anzurichten. Vor allem, wenn man häufig und regelmäßig zur Kippe greift. Und das passiert schnell, denn Nikotin ist ein extrem süchtig machender Stoff.

Die Substanz ist in der Lage, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke rasend schnell zu überwinden. Heißt: Bereits nach etwa sieben Sekunden hat das Nikotin die Gehirnnervenzellen erreicht. Dort sorgt es zunächst für gute Laune. Das Belohnungszentrum wird aktiviert und die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit erhöht. Doch die Wirkung hält nicht lange an, deshalb muss schnell für Nikotin-Nachschub gesorgt werden.

Übrigens: Wer sich Hochprozentiges gönnt, raucht meist mehr. Denn Alkohol hemmt die Nikotinaufnahme und fördert die Lust nach mehr.

Zigaretten und Co. - qualmende Zeitbomben

Starker Tobak

Tabak enthält etwa 40 krebserregende bzw. krebsbegünstigende Stoffe. Dazu gehören unter anderem "Freie Radikale". Das sind Moleküle, die sehr reaktionsfreudig sind. Sie lösen im Körper aggressive Prozesse aus. Freie Radikale schädigen die Erbsubstanz (DNA), langfristig kann dadurch Krebs verursacht werden (z. B. in Lunge, Kehlkopf, Speiseröhre oder Magen). Sie sind zudem für eine schnellere Hautalterung verantwortlich. Auch Gefäßverengungen gehen auf das Konto der aggressiven Moleküle. Die möglichen Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Durchblutungsstörungen ("Raucherbein").

Die Atemwege nehmen das Rauchen ebenfalls übel. Dafür sorgt unter anderem der im Tabak enthaltene Teer. Wer täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, nimmt jährlich etwa eine Tasse Teer zu sich. Die Substanz verklebt die Flimmerhärchen der Bronchien. Das kann zu Reizungen führen, was sich beim Raucher häufig als Husten bemerkbar macht. Auf die Dauer kann solch eine Beeinträchtigung der Atemwege eine chronische Bronchitis oder sogar ein Lungenemphysem (Lungenüberblähung) nach sich ziehen.

Finger weg von Zigaretten und Co.

Der Nikotinsucht entkommen. Das wünschen sich viele. Doch nur wenige schaffen es. Es gibt unterschiedliche Methoden, um sich von der qualmenden Leidenschaft zu befreien. Einige schaffen es tatsächlich, ohne Hilfe von heute auf morgen dem Glimmstängel zu entsagen. Andere benötigen dabei professionelle Unterstützung:

Nikotinpräparate:
Es gibt sie als Kaugummi, Pflaster oder Lutschtabletten. Die Mittel sollen die Entzugserscheinungen, wie z. B. Reizbarkeit oder Schlafstörungen, lindern. Besonders bei starken Rauchern haben sich nikotinhaltige Präparate bewährt.

Retardtabletten zur Entwöhnung:
Die verschreibungspflichtigen Tabletten enthalten kein Nikotin, sondern den Wirkstoff Bupropion. Das Mittel ist eigentlich ein Antidepressivum, das anscheinend die Nikotinentwöhnung positiv beeinflusst. Einige Patienten klagen allerdings über Nebenwirkungen, wie z. B. Schlaflosigkeit. Es gibt es noch keine Studien über eventuelle Langzeitfolgen.

Therapien:
Das Fleisch ist willig, der Geist ist schwach. Wer Letzteres überzeugen möchte, kann dies in einer Therapie versuchen. Alleine oder in der Gruppe geht der Raucher den Ursachen seiner Sucht auf den Grund - um das Laster ein für alle Mal loszuwerden.

Alternative Methoden:
Viele Menschen schwören bei der Entwöhnung auf Akupunktur. Dabei werden spezielle Suchtpunkte am Ohr akupunktiert. So sollen Rauchverlangen und Entzugserscheinungen gelindert werden.
Immer öfter hört man von Hypnosetherapien. Mittels Suggestion (Beeinflussung des Geistes) soll den Rauchern der Spaß am Glimmstängel verdorben werden.

Aufhören lohnt sich. Immer!

Rauchen ist nicht nur ein teueres, sondern vor allem ein gesundheitsschädigendes Vergnügen. Eine Zigarette verkürzt die Lebenserwartung um etwa fünf Minuten! Es lohnt sich immer mit dem Rauchen aufzuhören. Ihr Körper dankt es Ihnen.

Sagen Sie Zigaretten und Co. "adieu".

Wer gleich aufhört, verlängert sein Leben und verbessert seine Gesundheit:

20 Minuten Blutdruck sinkt auf Wert vor der letzten Zigarette, Temperatur von Händen und Füßen steigt auf Normalwert
8 Stunden Kein giftiges Kohlenmonoxid mehr im Blut; Raucheratem ist weg
1 Tag Herzinfarktrisiko sinkt
2 Tage Geruchs- und Geschmacksinn verfeinern sich wieder
3 Tage Atmung wird deutlich angenehmer
3 Monate Blutzirkulation hat sich verbessert, Lungenkapazität ist um 30 % gesteigert, das Gehen fällt wieder leichter
9 Monate Weniger Infektionen, Raucherhusten und Kurzatmigkeit verschwinden, Leistungsfähigkeit steigt
1 Jahr Herzgefäß-Erkrankungsrisiko ist halb so groß wie bei Rauchern
5 Jahre Schlaganfallrisiko sinkt
10 Jahre Lungenkrebsrisiko wie bei Nichtrauchern
15 Jahre Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wie bei Nichtrauchern

Quelle Tabelle: American Cancer Society

(CI) 13.02.2005

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