Naturheilkunde
Ran an die Brennnessel - Powerkraut hat Hochkonjunktur
Macht schön und gesund
Im Juli und August hat die Brennnessel Hochkonjunktur - dann nämlich blüht das stachelige Ding, das schon so manchen Spaziergänger in kurzen Hosen geärgert hat. Die Brennnessel ist anspruchslos und wuchert auch dort, wo man sie eigentlich nicht haben möchte - im Garten.
Dabei sollte man sich über das Kraut nicht ärgern, sondern seine Wirkung nutzen. Schon in der Antike wurde die Brennnessel nicht nur als Haarpflege, sondern auch als Aphrodisiakum geschätzt. Selbst heute noch mischen Bauern ihren Tieren Brennnesseln unters Futter, um das "Temperament" der Tiere anzuregen.
Im Mittelalter hingegen war man auf diese Wirkung weniger erpicht. Damals - und auch heute wieder - setzte man die Brennnessel hauptsächlich bei Gicht und Rheuma ein. Die Nesselhaare der Brennnessel wirken wie kleine Injektionsnadeln, wenn sie auf die Haut treffen. Die antirheumatischen Stoffe dringen bei den so genannten Nesselpeitschen direkt in die Haut, lindern den Schmerz, fördern die Durchblutung und den Abtransport von Schadstoffen.
Natürliche Medizin
Wer die heilenden Kräfte der Brennnessel als Sud oder Tee nutzen möchte, sollte jetzt die jungen Blätter ernten. Alte Blätter reizen die Magenschleimhaut zu sehr. Möchte man aufs Pflücken verzichten, erhält man sie in Apotheken und Reformhäusern auch als fertigen Tee, Kapseln etc.
Dem Samen der Brennnessel sagt man die größte Power nach. Ihr hochkonzentrierter Gehalt an pflanzlichen Mineralstoffen und Säuren regt Magen, Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse und Harnblase an. Aber auch für ihre blutreinigende Wirkung ist die Brennnessel bekannt.
Heimische "Hexenküche"
Die Brennnessel kann ganz unterschiedlich genutzt werden. Hier nur ein paar Beispiele:
- Soll dünnes Haar kräftiger und glänzender werden, mixt man frische Brennnesselblätter zu gleichen Teilen mit Wasser und Essig. Diese Mixtur wird drei Mal täglich in die Haare einmassiert und nach zehn Minuten mit lauwarmem Wasser wieder ausgespült. Gegen fettiges und schuppiges Haar soll ein Brennnessel-Shampoo heilend helfen.
- Für einen gesunden Brennnesseltee übergießen Sie 40 Gramm frisches Brennnesselkraut mit einem Liter kochendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss zehn Minuten ziehen. In Wein gekocht ist die Brennnessel übrigens stark harntreibend.
- Wer seine Abwehrkräfte mobilisieren möchte, kann das Vitamin C, das in den jungen Brennnesselblättern enthalten ist, nutzen. Das Kraut - gut abgekocht - ist eine gesunde Zutat für jeden Salat. Es schmeckt dabei ein wenig nach Spinat.
- Wenn Blattläuse Ihren Garten terrorisieren, dann können Sie einen Brennnessel-Kaltwasserauszug als Geheimwaffe einsetzen. Für die Herstellung benötigen Sie circa ein Kilogramm frisches oder 100 bis 200 Gramm getrocknetes Brennnesselkraut. Dieses weichen Sie in zehn Litern leicht angewärmtem Wasser 24 Stunden ein. Anschließend wird die Blattmasse ausgegepresst und abgesiebt. Um den Blattläusen den Garaus zu machen, sollten Sie die befallenen Pflanzen damit einmal wöchentlich unverdünnt bespritzen. Bei starkem Befall wiederholen Sie die Prozedur drei Tage hintereinander.
(CI) 13.02.2005

