Therapie

Phytotherapie

Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist eine alte Heilmethode. Schon in der Antike setzte man die Kräfte von Pflanzen und Kräutern ein. Im Mittelalter dann beschäftigten sich Mönche und Nonnen mit dieser Heilkunst. Ihr Wissen wurde überliefert und bildet heute die Grundlage der modernen Pflanzenheilkunde. Das Wissen der Pflanzenheilkunde stützt sich auf Erfahrungen aus der traditionellen Phytotherapie und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen aus der rationalen Phytotherapie.

Baldrian bei Schlaflosigkeit und Anspannung, Kamillentee bei Magenproblemen, Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen und Erkältungskrankheiten: Immer mehr Patienten greifen - seit den Einsparungen bei den Krankenkassen - wieder stärker auf die Heilkräfte von Mutter Natur zurück. Pflanzliche Mittel sind bei bestimmten Erkrankungen nicht nur sehr wirkungsvoll, sondern auch nebenwirkungsarm.

Heute sind Phytopharmaka ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung, vor allem in der Selbstmedikamentation. Dabei sind nicht nur heimische Pflanzen gefragt, sondern auch exotische wie die südafrikanische Geranienart (Pelargonium Sidoides). Die Wurzel der Pflanze besitzt antivirale und antibakterielle Eigenschaften und wird erfolgreich bei der Behandlung von Atemwegsinfektionen eingesetzt.

Aber auch pflanzliche Präparate sollten nicht bedenkenlos eingenommen werden. Zwar sind einige auch im Drogerie- oder Supermarkt erhältlich, andere jedoch apothekenpflichtig und werden von der Arzneimittelbehörde auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft. Die Einnahme dieser Mittel sollte mit einem Arzt abgeklärt werden. Denn wie bei allen Medikamenten besteht auch bei pflanzlichen Präparaten die Gefahr, dass ein unsachgemäßer Gebrauch zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

Die Pflanzenpräparate sind als Tablette, Kapsel, Tropfen, Saft, Öl, Balsam oder Tee im Handel erhältlich und können bei der Vorsorge, Linderung und Heilung von leichten bis mittelschweren Beschwerden und Erkrankungen genutzt werden (grippale Infekte, Atemwegserkrankungen, Nervosität, Depressionen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Trakt-Beschwerden, Durchblutungsstörungen, Harnwegs- und Prostataerkrankungen). Der Heilprozess tritt in der Regel erst nach ein paar Tagen ein.

Hier ein paar Beispiele, wie man pflanzliche Heilmittel selbst herstellen kann:


Baldrian

Baldrianwurzel wirkt beruhigend und schlaffördernd, stört aber nicht die Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit und auch der Medikamenten-Kater am nächsten Morgen bleibt aus. Baldrianpräparate sind in Apotheken und Drogerien erhältlich.

  • Baldriantee in Eigenherstellung:
    Pro Tasse ein bis zwei Teelöffel zerkleinerte Baldrianwurzeln mit einem Viertel Liter kaltem Wasser übergießen und etwa 12 Stunden ziehen lassen (zwischendurch umrühren). Abseihen und vor dem Schlafengehen aufgewärmt oder kalt trinken.


Johanniskraut

Dieses Heilmittel wirkt stimmungsaufhellend und wird bei leichten bis mittelschweren Depressionen, innerer Unruhe, Ängsten und Schlafstörungen eingesetzt.
Achtung: Über einen längeren Zeitraum eingenommen kann es die Lichtempfindlichkeit erhöhen (Photosensibilisierung). Betroffen sind vor allem hellhäutige Personen. Außerdem vermutet man, dass Johanniskraut die Wirkung der Antibaby-Pille beeinträchtigen kann.

  • Johanniskrauttee in Eigenherstellung:
    Für drei Tassen (über den Tag verteilt trinken): zwei Teelöffel getrocknete Johanniskrautblüten in einen halben Liter kaltes Wasser geben, Sud bei Bedarf abkochen und abseihen.


Pfefferminze

Die Pfefferminze ist ein Allround-Mittel. Das Öl der Pflanze (Menthol) wirkt unter anderem entzündungshemmend, desinfizierend und durchblutungsfördernd - zu viel allerdings kann auf den Magen schlagen. Pfefferminztee lindert Magen- und Darmprobleme. Pfefferminze lässt sich auch äußerlich anwenden. Als Öl oder Balsam kühlt sie geschwollene Füße und schmerzende Muskeln. Bei Kopfschmerzen wirkt das ätherische Öl (auf Stirn und Schläfen, nicht an die Augen kommen) lindernd. Als Inhalation oder Einreibung macht es bei Erkältungen die Atemwege frei.
Achtung: Für Kinder bis 6 Jahre ist Pfefferminztee ungeeignet und kann sogar zu gefährlichen Komplikationen führen. Fertige Teebeutel haben keine heilende Wirkung.

  • Pfefferminztee in Eigenherstellung:
    Für eine Tasse: einen Teelöffel getrocknete oder zwei Teelöffel frische Pfefferminzblätter kurz vor dem Aufgießen mit heißem Wasser zerstoßen.
  • Menthol-Balsam in Eigenherstellung:
    50 g Vaseline langsam erwärmen bis es geschmolzen ist, 15 Tropfen Pfefferminzöl hineingeben, verrühren und in ein verschließbares Behältnis füllen. Idealerweise im Kühlschrank auf bewahren.

(CI) 13.02.2005

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