Diagnose
Notfallmedizin
Sobald der Patient im Krankenhaus eingeliefert ist, müssen unter anderem Elektrolyte, Blutgase und Blutgerinnung (Koagulation) gecheckt werden.
Elektrolyte
Elektrolyte sind chemische Verbindungen wie Säuren, Basen und Salze (z. B. Kalzium, Natrium und Chlorid). Sie lösen sich im Wasser auf und sind wichtig für Stoffwechselprozesse und Energiehaushalt. Elektrolyte kann der Körper nicht selbst herstellen. Sie werden über die Nahrung aufgenommen und über Urin, Stuhl und Schweiß ausgeschieden.
Eine Störung kann durch übermäßiges Schwitzen, Flüssigkeitsmangel oder bestimmte Krankheiten (z. B. Nierenerkrankungen, Durchfall) hervorgerufen werden. Da der Organismus nicht fähig ist, den Elektrolythaushalt selber zu normalisieren, können lebensgefährliche Komplikationen eintreten (z. B. Nieren- und Kreislaufversagen).
Blutgerinnung (Koagulation)
Wird die Haut verletzt, startet der Körper die Blutgerinnung, um die Blutung zu stoppen: Die Blutplättchen (Thrombozyten) sammeln sich an der verletzten Stelle, verbinden sich und setzen sich wie ein Verschluss vor die verletzte Stelle - zum Einen, damit kein Blut mehr austreten kann, zum Anderen, damit keine Keime in den Körper gelangen. Anschließend bildet sich ein stabileres "Wundnetz" (Fibrin), das von außen als Kruste erkennbar ist.
Ist dieser Gerinnungsprozess gestört, wird die Blutung zu langsam, zu schnell oder gar nicht gestoppt. Mit gefährlichen Folgen:
- Zu langsame oder keine Blutgerinnung (z. B. bei Blutern) kann zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust führen.
- Eine zu rasche Gerinnung hingegen kann die Bildung eines Blutpfropfens (Thrombus) begünstigen. Dieser kann sich lösen und gefährliche Komplikationen wie eine Embolie, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, verursachen.
Manchmal ist eine langsame Koagulation jedoch erwünscht, z. B. bei Herzinfarktpatienten, um der Bildung eines Blutpfropfens entgegenzuwirken.
Bei der Blutanalyse werden folgende Faktoren kontrolliert: PT (Prothrombinzeit), PTT (partielle Thromboplastinzeit), ECT (Ecarin-Gerinnungszeit) und Fibronogen. Die Werte geben Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Gerinnungsfaktoren.
Blutgase
Die Blutgaswerte (Sauerstoff, Kohlendioxid, Basenüberschuss (BE), ph-Wert und Bikarbonat) spielen bei der Atmung eine Rolle. Befinden sich diese Werte nicht im Normbereich, kann das eine lebensgefährliche Sauerstoffunterversorgung zur Folge haben.
Für eine Blutgasuntersuchung wird dem Patienten ein Tropfen (Kapillar-) Blut aus Ohrläppchen oder Finger entnommen.
(CI) 13.02.2005

