Diagnose

Blutdruckmessung

Bei jedem Herzschlag werden etwa 70ml Blut in die Aorta ausgestoßen. Von dort gelangt der Lebenssaft dann bis in die kleinste Arterie. Das Blut fließt mit einem bestimmten Druck durch unsere Gefäße. Zieht sich das Herz zusammen, steigt dieser Blutdruck an (systolischer Druck). Entspannt sich der Herzmuskel, nimmt auch der Blutdruck ab (diastolischer Druck).

Schwankungen sind normal

Die Messung des Blutdrucks ist gerade bei Herzkreislauferkrankungen (z. B. Hypertonie, koronare Herzkrankheit) ein wichtiges Diagnosemittel. Dabei ist zu beachten, dass der Blutdruckwert Schwankungen unterworfen ist. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass man unter Bluthochdruck (Hypertonie) leidet.

So kann beispielsweise Aufregung (Stress, Prüfungsangst etc.) den Blutdruck kurzfristig in die Höhe treiben. Hingegen geht der Blutdruck morgens bei vielen Menschen in den Keller. Der niedrige Blutdruck macht es ihnen schwer, in Schwung zu kommen. Nur selten liegen hier ernsthafte Erkrankungen vor. Oft reichen schon Hausmittel wie Wechselduschen, um wieder fit zu werden.

Die Untersuchung

Spezielle Messungen geben Auskunft über einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck. Meist kommt hierbei die indirekte Blutdruckmessung per Manschette (Methode nach Riva-Rocci) zum Einsatz. Sie kann vom Arzt, Apotheker oder dem Patienten selbst durchgeführt werden. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, muss die Blutdruckmessung an mehreren Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten durchgeführt werden.

Blutdruckmessung

Indirekte Blutdruckmessung nach Riva-Rocci

Der ausgeruhte und entspannte Patient sollte während der Untersuchung sitzen. Ihm wird eine Manschette, die mit einem Messgerät (Stethoskop) versehen ist, am linken Oberarm in Herzhöhe angelegt. In diese Manschette wird solange Luft gepumpt, bis ein Druck von etwa 250mmHg entsteht. Das Maß "mmHg" steht übrigens für Millimeter Quecksilbersäule. Das ist die Maßeinheit für den Blutdruck.

Die aufgepumpte Manschette übt einen so starken Druck auf den Oberarm aus, dass kein Blut mehr die Gefäße passieren kann. Luft und Druck werden dann langsam abgelassen. Jetzt presst der Herzmuskel wieder Blut in die zuvor zusammengepressten Arterien. Dieser Druck erzeugt ein Geräusch, das von dem angelegten Stethoskop erkannt und gemessen wird. Der so ermittelte Wert gibt den so genannten oberen systolischen Druck wieder. Der Wert, der beim Verschwinden des Druckgeräusches gemessen wird bezeichnet man als den unteren diastolischen Druckwert.

Das erklärt auch, warum Blutdruckwerte immer paarweise angegeben werden. Die erste Zahl gibt den systolischen, die zweite den diastolischen Wert wieder. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind anhaltende Blutdruckwerte über 160/95 mmHg krankhaft. Man spricht dann von einer Hypertonie.

Direkte Blutdruckmessung

Die direkte Messung des Blutdrucks wird in der Regel nur in Krankenhäusern durchgeführt, z. B. auf der Intensivstation oder während einer Operation. Dem Patienten wird dabei eine Nadel oder ein Katheter in die Schlagader gesetzt. Darüber wird dann der Blutdruck gemessen. Die direkte Blutdruckmessung gewährleistet eine genaue und permanente Kontrolle der Kreislauffunktionen.

(CI) 14.03.2006

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